Από: www.handelszeitung
Der Maler hat sich Gesichtern und Körperhaltungen
verschrieben. Ihn interessiert die Person mit Beinen, Armen, Händen und
Fingern.
Die Athener Galerie Nees Morfes im Stadteil Kolonaki eröffnete im
vergangenen Dezember eine Ausstellung des bekannten, aus Hydra stammenden
Malers Panagiotis Tetsis, die fast zwei Monate geöffnet blieb und vom
kunstinteressierten Publikum mit Enthusiasmus aufgenommen wurde. Das
Ausstellungsmotto, «Die Freunde» des Künstlers, war jedoch leicht irreführend.
Es handelte sich nicht um Abbildungen aus dem Freundeskreis des Malers, sondern
um Darstellungen von Menschen und Körperhaltungen.
Auf den grossen Bildern sieht man Pärchen,
Strandbesucher, Leute in Kaffeehäusern auf der Insel Hydra oder eine Athener
Journalistin, die den Maler kürzlich interviewte. Der Betrachter fand vertraute
und unbekannte Gesichter alle könnten auch seine Freunde sein.
«Ich sollte mich erklären, warum es diese Ausstellung
mit figürlichen Darstellungen gibt. Von Porträts möchte ich ja fast nicht
reden», sagte Tetsis. «Wo nun doch die Freunde schon stundenlang hier sind,
täte ich mir selbst Unrecht, wenn ich auf ihre freundliche Absicht nicht
einginge, von mir gemalt zu werden.»
Ausserdem würden sie durch ihr Anerbieten zum Werk des
Künstlers beitragen. Diese Bereitschaft habe ihn nicht nur gerührt: «Es war
weit mehr. Viel mehr, als alle unwissentlich am Werk Beteiligten bewusst
wahrnahmen. Denn beide trugen wechselseitig zu dem bei, das der geduldig
Wartende nicht bemerkte É»
Seit Jahrzehnten schon, meinte der Künstler, komme ihm
immer wieder das Thema der menschlichen Physiognomie in den Sinn. Es finde
Eingang in seine Kompositionen. «Ohne es zu wollen, werden einige Gesichter
erkennbar, sodass die Abbildungen in gewisser Weise wie Porträts bekannter
Persönlichkeiten anmuten.»
Nicht nur
Gesichter
Trotz aller Bescheidenheit des Malers ist dennoch zu
sagen, dass alle Abbildungen sich Persönlichkeiten aus seinem Umfeld auf der
Insel Hydra zuordnen lassen. Es sind jedoch nicht nur Gesichter abgebildet,
sondern auch Körper. Aber warum Körperstudien? Tetsis dazu: «Die Abbildung
eines Menschen, würde sie sich lediglich auf sein Gesicht beschränken, wäre in
höchstem Grade unvollständig, da der Fokus woanders liegt. Die ganze Haltung
ist wichtig, und daher male ich die gesamte Figur, den ganzen Körper. Das
wirklich interessante ist der Mensch in seiner Gesamtheit, Körper, Beine, Arme
vor allem die Hände, und besonders die Finger. Dort konzentriert sich der
Ausdruck, auch wenn die Finger für die Dauer der Abbildung unbewegt sind.»
Panagiotis Tetsis wurde 1925 auf Hydra geboren. Er
studierte Malerei an der Hochschule der Schönen Künste des Athener
Politechnion, wo er 1949 seinen Abschluss machte. Er bereiste Europa und
studierte die Malerei der Renaissance in Paris und Italien (19531960). Nach
einem Stipendium der Ford-Stiftung 1972 spezialisierte er sich auf die Gravur.
Seit 1951 lehrt er Malerei. 1972 wird er Professor an der Hochschule der
Schönen Künste und 1989 Dekan; 1993 wird er zum Mitglied der Athener Akademie
ernannt. Zu seinen Werken gab es zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland.
Für den Juni dieses Jahres ist eine Ausstellung auf Andros über das Thema
«Meer» geplant.
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